Meerjungfrauenaugen Einst ward eine Meerjungfrau Die zu schwimmen unterm Mond sich wagte In kristallklarem Wasser, so kühl wie blau Bis der Hunger an ihr nagte
Sie war innerlich nur kalt und leer Der Durst erfüllte sie mit Gier Blassrote Augen schimmerten im Meer Verlangen machte sie zum Tier
Mit Blumenduft auf ihrer Haut Und einem Lächeln, rot wie Rosen Hatte sie ein junges Herz geklaut Und verspeiste es im tosen
Ihr Antlitz war so lieblich rein Doch ihr Blick verriet den Trugschluss Auch ein Reiz kann Lüge sein Umarmung der Tiefe, süßlicher Kuss
Das Wasser sprudelte rosarot Ihr Tanz schlug Wellen, die ganze Nacht Der Mond errötete in dieser Not Von dem Blut und der Wonne, mit der sie lacht |