Blut vor Weisheit Unser ältester Gelehrter des Empyreums wird zunehmend schwächer. Er geht langsamer und kann nicht mehr wie früher seine Runden durch die Refugien der Nacht drehen. Er ist seit Jahrzehnten unser Gelehrter — und seit Jahrzehnten bringen wir unsere Opfergaben dar. Aber in letzter Zeit wachsen Zweifel unter uns. Die Erbauer sind nicht zurückgekehrt. Nicht in vielen, vielen Jahren. Ihre Abwesenheit schien uns einst erhaben. Nun entblößt sie sich als Verrat.
Und heute, von den Erbauern im Stich gelassen und gezwungen, die Entscheidung allein zu treffen, ernannte der Gelehrte seinen Nachfolger. Seinen eigenen Sohn.
Die Verkündung kam ohne Zeremonie, ohne Rat – nur ein Erlass, gehaucht von sterbenden Lippen. Aber wir haben den Jungen kaum gesehen. Er ist kein Ältester. Er hat nie allein ein Refugium betreten.
Einige senkten ehrfürchtig den Kopf, hielten noch an altem Glauben fest. Doch mehr starrten stoisch voraus – mit Augen voller Zweifel.
Ist dies das Ende? Ich fürchte, die Erbauer werden uns nie wieder mit ihrer Gegenwart segnen. |